Nördlingen
Seit dem Jahr 2009 richten die Organisatoren des TV Bopfingen und des TSV Nördlingen den IPF-RIES-Halbmarathon aus. Von Jahr zu Jahr steigt die Zahl der Athleten, der Lauf selbst hat sich auch überregional zu einer festen Institution unter den Ausdauerläufern entwickelt. Vergangenen Samstag meldeten sich trotz des schlechten Wetters noch rund 100 Teilnehmer nach, so dass fast 800 Läuferinnen und Läufer, darunter 73 Staffeln antraten, um die 21,1 km von Bopfingen nach Nördlingen im Dauerlauf zu bewältigen. Nach dem es im vergangenen Jahr noch extrem warm war, hatten in diesem Jahr die Läufer und besonders die Zuschauer mit den kalten Temperaturen nur leicht über dem Gefrierpunkt zu kämpfen. 

Bereits beim Start auf dem Marktplatz in Bopfingen kam das Gefühl einer Großveranstaltung auf, als das Feld der Athleten, das den gesamten Marktplatz gefüllt hatte, sich erst nach und nach in die Länge zog und es fast eine Minute dauerte, bis der letzte Läufer, begleitet von lautstarker und fetziger Partymusik, die Startlinie überschritten hatte. Mittels eines in die Startnummer integrierten Transponders wurde aber für jeden die persönliche Zeit exakt bestimmt. Nach einer Runde durch die Bopfinger Innenstadt ging es auf asphaltierten Rad- und Feldwegen hinaus auf die freie Flur. Dabei zeigte sich, dass mit diesem Wettkampf nicht nur Spitzenathleten angesprochen wurden, sondern auch ein breites Feld von Hobby-und Freizeitsportlern auf die Strecke ging. Auf den ersten 10 Kilometern, vorbei an Flochberg, über Trochtelfingen und Utzmemmingen nach Nähermemmingen, wo bereits die Hälfte der Gesamtstrecke bewältigt war, zeigte sich das Läuferfeld noch als dichter Wurm, der sich durch die Landschaft zog. Alle ambitionierten Athleten, die den Halbmarathon in einer Zeit zwischen 1:30, 1:45, 2:00 und erstmals 2:15 Stunden bestreiten wollten, konnten sich an den „Pacemakern“ orientieren. Diese waren an den orangen Fahnen und den gelben Leuchtshirts zu erkennen, auf denen die anvisierte Zielzeit aufgedruckt war.

Zwischen grünen und gelben Feldern ging es weiter von Nähermemmingen über Holheim und Kleinerdlingen in Richtung Nördlingen. Vor der Stadtgrenze musste noch eine letzte Runde vorbei an der Lohmühle, dem Wilhelm-Christ-Bad, dem Bäumlesgraben entlang gelaufen werden, ehe es durch das Baldinger Tor, über den Marktplatz, den Schäffles- und Brettermarkt zur Ziellinie in der Reimlinger Straße ging. Während mehrere Livebands, wie die Rockband „Stack“ in Nähermemmingen, der Kutzschbach-DJ am Bädle und die Wemdinger Trommler in der Baldinger Straße für gute Stimmung entlang der Strecke sorgten, wurden die Athleten auch unterwegs, trotz der kalten Temperaturen von zahlreichen Zuschauern angefeuert. Vor allem auf den letzten 300 Metern vor dem Ziel war die Reimlinger Straße von unzähligen Begeisterten gesäumt, die den Läufern applaudierten und sie zu einem Schlussspurt anspornten.

Für die nachfolgende Verpflegung war vor allem durch die Sponsoren Wallersteiner Brauerei, Bissinger Auerquelle und EDEKA Willmann gesorgt, auch bestand die Möglichkeit, sich die schweren und teils schmerzenden Beine von Roland Sobek und seinem Team kostenlos massieren zu lassen, bevor im Ochsenzwinger Sportler, Begleiter und Zuschauer mit Lifemusik von „Horscht“ den Wettkampftag ausklingen lassen konnten. Besonders gut kam auch die spontane Versorgung mit Glühwein an.

 Als Erster erreichte Timo Schmitz vom TSV Oettingen nach nur 1:14:43 Std. das Ziel, gefolgt von Raphael Heilmann vom Laufsport Gruszka mit 1:15:07 Std. und Sufiaan Ashaaloo vom TSV Oettingen mit 1:16:07 Std.. Die ersten Plätze unter den Frauen belegten Heike Strobel von der EnBW ODR mit 1:35:52 Std.,  Anna Berger von der LG Warching mit 1:36:17 Std. und Nicole Fischer von den Ries Hornets Nördlingen mit 1:36:34 Stunden.

 

Die schnellste reine Männerstaffel waren die Ipf-Ries-Renner mit Norman Glenck, Jürgen Schabert und Jens Müller in 1:24:27 Std.; die erste Frauenstaffel war die Bewegungskita Kolibri 2 mit Monika Rettenmeier, Andrea Schnele und Petra Thaler in 1:33:59 Std.; die schnellste Mixed Staffel war VAF läuft mit Haik Bradtka, Alexander Rauwolf und Marcel Anders in 1:31:24 Stunden.

Weitere Ergebnisse, aber auch zahlreiche Bilder und Fotos sind ab sofort auf der Internetseite www.ipf-ries-halbmarathon.de abzurufen.

 

Hoher organisatorischer Aufwand

Ein derartiges „länderübergreifendes“ Großereignis ist mit einem immensen organisatorischen Aufwand verbunden und daher auch nur mit tatkräftiger Unterstützung zahlreicher Helfer auf die Beine zu stellen. Neben den vielen HelferInnen und Helfer der ausrichtenden Vereine TSV Nördlingen und TV Bopfingen waren die Mitglieder der örtlichen Feuerwehren, Bauhöfe, Pfadfinder aber auch des Roten Kreuzes und der Johanniter zusammen mit vielen freiwilligen Streckenposten unterwegs, um die Wege der Athleten abzusperren und den Verkehr zu regeln. Zusammen mit den Freiwilligen an den vielen Verpflegungsstationen auf der Strecke selbst, an denen die Läufer mit Wasser, zum Ende hin auch mit Bananen und Cola versorgt wurden und zuletzt die hervorragende Versorung bei der Finisherparty durch die Fußballabteilung des TSV Nördlingen, kamen im Durchschnitt auf drei Läufer ein Helfer!

 

Historischer Hintergrund

Die Distanz des klassischen Marathons über 42,195 km ist der Sage nach auf den Lauf des Boten Pheidippides zurückzuführen, der im Jahr 490 v. Chr. vom Schlachtfeld von Marathon nach Athen gelaufen und dort nach dem Ausruf „Wir haben gesiegt“ tot zusammengebrochen sein soll. Der Halbmarathon ist dabei zunächst die halbierte, ursprüngliche Marathondistanz. Der Ipf-Ries-Halbmarathon hat jedoch einen tatsächlichen, geschichtlichen Hintergrund: Als die Freie Reichstadt Nördlingen im Jahr 1634 ringsum belagert und eingekesselt war, lief der „Jäckle von Krauthausen“ an den Reihen des katholisch-kaiserlichen Heeres vorbei bis nach Bopfingen, um dort Hilfe für die Nachbarn zu erbitten.


Veranstaltungs-Kalender

Mai 2019
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